Der Muskel – das unterschätzte Organe

Der Muskel – das unterschätzte Organ

Der MuskelUnsere früheren Vorfahren waren nicht dick. Die hatten auch keine Zivilisationskrankheiten. Die waren stark. Gross. Gesund. Freilich, sie lebten nur ein Drittel so lang wie wir. Allerdings ohne die Lebensqualität raubenden Zivilisationskrankheiten. Die Evolution hat uns den Muskel verpasst, damit wir ihn bewegen – und das ist Grundlage für den Erhalt unserer Körperfunktionen.

Erst als sich unsere Vorfahren davon verabschiedeten Jäger und Sammler zu sein, sich als Bauern am Acker niederließen, Getreide pflückten und Kühe molken, erst dann tauschten sie wertvolle  Muskulatur gegen Fett.

Der Mensch, jeder Mensch, ist ursprünglich und tatsächlich schlank, muskulös, fit und gesund. Nur – das versteckt er sehr geschickt. Zunehmend im Laufe der Jahre. Gucken Sie mal Ihre Körpermitte an. Da sitzt ein straffer, optisch ausserordentlich ansprechender Waschbrettbauch. Nur, wie gesagt, der ist verborgen unter einer so weichen, verschiebbaren Masse.

Diese sollten Sie loswerden, egal was in Ihrer Zeitung steht. Halten Sie sich an Eiweiβ, verzichten Sie eine Zeitlang auf Kohlenhydrate, nehmen Sie sichtbar und fühlbar ab, machen Sie tiefe Kniebeugen, bauen Sie Sprints in Ihr Leben ein – und … plötzlich ist er da: der Waschbrettbauch. Sie haben ihn bereits. Bloβ ist er eben so geschickt kaschiert.

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Der Muskel zieht die Telomere lang

Im Labor der medizinischen Hochschule Hannover liegen Blutzellen in der Petrischale. Und die werden jünger und jünger und jünger. Die Telomere wachsen. Warum tun sie das? Weil die Mitarbeiter, denen diese Blutzellen gehören, an einem Sportprogramm teilnahmen. Was haben die gemacht, dass sich die Zellen verjüngen? Sie machen ein 30-Minuten-Ausdauertraining auf dem Fahrrad, beim Laufen oder Rudern – mit individueller Belastung. Nach drei Monaten sah man noch nix. Aber nach sechs Monaten waren die Telomere länger. So richtig erklären können sich das die Forscher nicht. Das wäre nämlich ein Jungbrunnen. Und da wäre eine Pille…. Nun bis es die gibt, frönen Sie weiterhin der puren Freude, sich bewegen zu dürfen.

Bitte mehr Muskeln – Du musst nicht immer ins Fitness-Studio

Der Muskel

Die Kraft verhält sich proportional zur Lebenserwartung. Je mehr Kraft Sie haben , desto laenger werden Sie leben. Das ist logisch – oder? Denn der Muskel ist das wichtigste Organ des menschlichen Koerpers. Darum ist auch das Herz, der Lebensmotor, nichts anderes als ein Muskel.

Die Frau hat 25 bis 35 Prozent ihres Körpergewichtes an Muskulatur, der Mann 40 bis 50 Prozent. Ein 70 Kilogramm schwerer Mensch verfügt demnach über 30 Kilo Muskelmasse. Hoffentlich Wenn man nämlich nicht aufpasst, dann verliert man pro Lebensjahrzehnt drei Kilo. Ab 20. Macht mit 50 ein Drittel Muskeln weniger. Ein Drittel weniger Energie. Fühlt man. Fühlt sich nicht gut an. Macht dick, macht krank. Macht alt. Denn Muskeln spucken Hormone und Nervenbotenstoffe aus, die uns jung und gesund halten.

Der Muskel ist Medizin
  • Durch Muskelanspannung halten Sie den Knochen jung. Verhindern Knochenschwund. Osteoporose, Brüche im Alter.
  • ·    Kraft nimmt Schmerz. Sie können jedes Gelenk (auch im Kreuz) durch Muskeln „ersetzen“. Durch mehr Muskeln. Das starke Kreuz kennt nämlich keine Bandscheibenprobleme.
  • ·    Durch Steigerung der Muskelmasse können Sie den Abbau von Gelenkknorpel verhindern. Und falls Ihr Knorpel schon zu dünn, zu abgeschliffen ist, kann Bewegung ihn aufbauen.
  • ·    Der durch Faulheit verursachte Muskelschwund namens Sarkopenie kann auch im hohen Alter durch Krafttraining rückgängig gemacht werden.
  • ·    Der gut bewegte Muskel stärkt das Immunsystem, unsere Killerzellen. Sie vermehren sich, Ihre Fitness steigt auf das sechsfache an. Sie greifen nicht nur Viren und Bakterien an, sondern vernichten auch Krebszellen (Brust-und Darmkrebs)
  • ·    Der bewegte Muskel macht ein leistungsfähiges Herz-Kreislauf-System. Schützt vor Arteriosklerose, Schlaganfall, Bluthochdruck, Infarkt. Und er baut im Herzen natürliche Bypässe.
  • ·    Wer seine Muskeln benutzt, lindert auch Depressionen. Viel besser als jedes Medikament.
  • ·    Der Muskel ist die beste Medizin gegen Stoffwechselerkrankungen. Er verbrennt Fette im Blut, sensibilisiert die Zellen für Insulin und schützt vor Diabetes.
  • ·    Der bewegte Muskel hält den Kopf fit, sorgt für Kreativität – und neue Nervenautobahnen wachsen. Beugt Demenz und Alzheimer vor.
  • ·    Und er macht glücklich. Mit einem ganzen Koffer voller körpereigener Drogen, Namens Endorphine, Serotonin, ACTH, Noradrenalin …
  • ·    Der Muskel macht über die Hormone jung: Er senkt den Cortisolspiegel=weniger Stress; er lässt uns mehr Schilddrüsenhormone bilden=mehr Energie, bessere Fettverbrennung. Mehr Testosteron, macht wach, energiegeladen, steigert die Libido.
Der Muskel verbrennt Fett

Ein Kilo Muskelmasse verbraucht im Ruhezustand, in der Hängematte, ohne dass Sie etwas tun, ohne dass Sie schwitzen, ohne dass Sie sich anstrengen, in 24 Stunden etwa 100 Kilokalorien. Und um ein Kilo Körperfett loszuwerden, muss man 7000 Kilokalorien einsparen. Heißt, Sie bauen nur ein Kilo Muskeln auf und werden fünf Kilo Fett los. In einem Jahr. In der Hängematte.

Der Muskel schützt vor Krebs, Alzheimer, Rheuma …

Der Muskel spuckt Wundermoleküle aus, wenn er benutzt wird. Bewegt wird. Angestrengt wird. So ein Wundermolekül heisst Interleukin-6 (IL-6). Ein Botenstoff, ein Kurier, der Botschaften von einer Immunelle zur nächsten trägt. Ohne IL-6 keine Reaktion Ihres Immunsystems. Ohne IL-6 auch kein erfolgreicher Kampf gegen krankmachende Eindringlinge wie Bakterien, Viren, Krebszellen.

Und dabei spielt der Muskel die Hauptrolle. Wörtliches Zitat von Frau Professor Beste Pedersen, Direktorin des Kopenhagener Zentrums für Entzündung und Stoffwechsel:“Schon immer gewusst haben wir“, so sagt sie, „dass Muskeln schützen vor Bluthochdruck, Zucker- und Herzkrankheit, also den drei Rachegeistern des Wohlstands. Schützen aber auch vor Brust- und Darmkrebs. Vor Osteoporose, vor Depression, vor Demenz und Alzheimer. Das haben wir schon lange gewusst.“

Sie auch? Rachegeister! Des Wohlstandes! Wir haben dieses Organ gründlich unterschätzt.  

Der Muskel

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