Die 8 besten Strategien bei Rückenschmerzen

Die 8 besten Strategien bei Rückenschmerzen

Rückenschmerzen Sie ist ein fast perfekte Konstruktion der Natur: die Wirbelsäule. Dank ihrer Beweglichkeit laufen die Menschen nicht nur Stocksteif durchs Leben, sondern sind im Rumpf  extrem beweglich. Die Wirbelsäule kann sich um mehr als 90 Grad nach rechts und links verdrehen, sich nach unten und nach oben verbiegen, all das ohne Schmerz – normalerweise.

Bei 42 Prozent der Deutschen funktioniert die Wirbelsäule allerdings nicht mehr optimal. Dann sind regelmäßige  Rückenschmerzen der Normalzustand. Häufige Gründe dafür : zu wenig Bewegung und punktuelle Überlastung, bedingt beispielsweise durch (zu) langes Sitzen.

85 Prozent aller Deutschen bekommen mindestens einmal im Leben ernsthafte Probleme mit dem Rücken. Die Schmerzen zum Beispiel bei einem akuten Bandscheibenvorfall, sind oft höllisch und kaum zu ertragen. Viele Betroffene bitten den Arzt daher rasch um eine Operation. Pro Jahr werden in Deutschland ungefähr 230.000 Wirbelsäulen-operationen durchgeführt. Was viele Patienten allerdings nicht wissen: Ein derartiger Eingriff kann die Leidenszeit verlängern.

„Ein Drittel aller Operationen bringt nicht den erwünschten Erfolg“, sagt klipp und klar der Orthopäde und Wirbelsäulen Spezialist Dr. Martin Marianowicz aus München, Autor des Buches „Aufs Kreuz gelegt“ (Verlag Goldmann Arkana). 80 Prozent aller Rücken-OP’s sind nach Ansicht des Experten überflüssig.

Oft sieht es schlimm aus, was man auf Röntgenbildern oder Aufnahmen mit einem Rückenschmerzen Magnetresonanztomographen (MRT) zu sehen bekommt. Dies bedeutet allerdings noch nicht, dass etwa ein Bandscheibenvorfall wirklich operiert werden muss. Entscheidend ist, wie sehr es tatsächlich schmerzt, und vor allem: ob es nach einigen Wochen überhaupt noch schmerzt. Experte Marianowicz bestätigt „Eine Studie der Universität Freiburg und Tübingen zeigt, dass einBandscheibenvorfall bei 75 Prozent aller nicht operierten Patienten nach 2 Jahren auf einem Kernspin-Bild nicht mehr nachweisbar ist. Bei 25 Prozent sieht man noch etwas, aber die Patienten sind trotzdem schmerzfrei.“

Überraschend: Unser rücken heilt sich selbst oftmals besser, als ein Chirurg es vermag. In der Regel dauert es 6 bis 12 Wochen, bis Beschwerden, die zum Beispiel durch einen Bandscheibenvorfall verursacht worden sind, von allein wieder verschwinden.

Diese oft sehr belastenden Wochen überbrücken Sie idealer Weise mit Sofortmassnahmen gegen Schmerzen (dazu können übrigens auch Spritzen gehören) und mit sanften Behandlungsmethoden, sobald diese ohne Komplikation möglich sind. Ich stelle Ihnen 8 Methoden für die erste Stufe der Behandlung ohne OP vor. Ich zeige Ihnen, wann die Behandlung erfolg verspricht und wer die Kosten übernimmt.

Wer es richtig anpackt, kriegt seine Rückenschmerzen in den Griff

Physiotherapie – Klassische Krankengymnastik

RückenschmerzenPhysiotherapie läuft nicht nach einem festen Schema ab, kann sehr variable aufgebaut werden. Neben dem Muskelaufbau- und Koordinationsübungen gehören physikalische Reize wie Wärme, Kälte oder Druck zum Spektrum der Behandlungsmöglichkeiten. Sehr unterschiedlich sind auch die Ergebnisse.“ Es kommt allerdings weniger auf Therapieverfahren an als vielmehr auf den Therapeuten, in dessen Hände Sie sich begeben“, sagt Dr. Marianowicz. Zögern Sie nicht, den Behandelnden zu wechseln, wenn Sie dort kein gutes Gefühl haben. Erkundigen Sie sich etwa bei Freunden und Sportkumpels nach guten Physiotherapeuten.

Wann anwenden: Bei leichten Beschwerden, aber auch bei heftigen Rückenschmerzen, sobald diese abzuklingen beginnen.

Wer bezahlt: Die Krankenkasse, wenn diese Behandlung von Ihrem Arzt verschrieben wird.

Akupunktur – Nadelpikser setzen Hormone frei

RückenschmerzenDen Patienten gezielt mit hauchdünnen  Nadeln zu stechen ist kein Hokuspokus. Die positiven Effekte wurden in zahlreichen Studien nachgewiesen. „An vielen Akupunktur-Punkten liegen Gefäße und Nerven besonders nahe an der Oberfläche“ so Marianowicz. Wissenschaftler erklären die heilende Wirkung der Akupunktur damit, dass die Nadelspitzen die Freisetzung von Gewebshormonen sowie anderen schmerzstillenden Botenstoffen auslösen.

Wann anwenden: Bei akuten Bandscheiben-problemen, bei Hexenschuss und Ischias, aber auch bei Arthrose oder chronischen Rückenbeschwerden. 

Wer bezahlt: Private Krankenversicherungen zahlen in jedem Fall, die gesetzlichen Krankenkassen in der Regel nur, wenn es sich bei dem behandelnden Akupunkteur um einen autorisierten Arzt handelt. Ansonsten bezahlt der Patient pro Sitzung zirka 30 Euro – mindestens.

Chiropraktiker – Ein Ruck rückt den Rücken zurecht

Rückenschmerzen Sie hilft, unbewegliche Gelenke wieder beweglich zu machen. Dafür gibt es 2 Vorgehensweisen.

  1. Die mobilisierende Technik. Dabei dehnt der Chiropraktiker (er wird oftmals auch Chiropraktor bezeichnet) die Sehnen und Muskeln mehrfach, bis Bewegungen wieder möglich sind.
  2. Die manipulative Technik. Rückt Knochen mit ruckartigen Bewegungen wieder zurecht. Dafür ist eine gute Ausbildung und viel Erfahrung notwendig. „Äusserst wichtig im Vorfeld ist eine genaue Untersuchung um Wirbelsäulenschäden präzise zu erkennen.“ sagt Marianowicz. Andernfalls kann es zu Gefäßverletzungen kommen, etwa im Bereich der Halswirbelsäule.

Da die Bezeichnung Chiropraktiker in Deutschland nicht geschützt ist, sollten Sie nur zueinem graduierten Chiropraktoren gehen, der eine mehrjährige Fachausbildung praktiziert hat. Solche Spezialisten finden Sie bei der Deutschen Chiropraktoren-Gesellschaft . Alternativ können Sie einen Chirotherapeuten aufsuchen, um die Rückenschmerzen beheben zu lassen. Dabei handelt es sich um einen Arzt, der eine entsprechende Zusatzausbildung absolviert hat.

Wann anwenden: Ist bei Hexenschuss oder Verspannungen ein probates Mittel, nicht aber beim akuten Bandscheibenvorfall.

Wer bezahlt: Die Chancen, dass Ihre gesetzliche Krankenkasse Kosten für den Chirotherapeuten übernimmt, stehen relativ gut. Manche Kassen zahlen gar einen Chiropraktiker. Erkundigen Sie sich im Vorfeld. Sonst kostet Sie eine Sitzung zirka 50 bis 80 Euro.

Osteopathie – Die sanfteste aller Behandlungen bei Rückenschmerzen 

Rückenschmerzen Auch die Osteopathie zielt auf die Wiederherstellung von Beweglichkeit. Bei der Methode werden  Gelenke aber weniger durch ruckartige Bewegungen wieder eingerenkt. Ansonsten gibt es zwischen Osteopathie und Chiropraktiker einige Parallelen. Ähnlich ist etwa auch der Fakt, dass sich jeder Absolvent eines Wochenendkurses als Ostheopath bezeichnen kann. Das bedeutet Qualitätsunterschiede bei den Behandlungen sind enorm. Sie sollten sehr genau hinschauen, von wem Sie sich kneten lassen. „Eine echte Osteopathie-Ausbildung dauert 4 bis 5 Jahre, sie ist Ärzten, Heilpraktikern und Physiotherapeuten vorbehalten“, erläutert Marianowicz. Profis in Ihre Nähe finden Sie beim Verband der Osteopathen Deutschland soweit über die Bundesarbeitsgemeinschaft Ostempathie.

Wann anwenden: Kann schnell und nachhaltig bei Beschwerden wie etwa Hexenschuss helfen.

Wer bezahlt: Sie -rechnen Sie mit 40 -70 Euro pro Sitzung.

Schmerzmittel ohne Rezept – Hilfe bei leichten Beschwerden

Rückenschmerzen In diese Kategorie fallen viele weit verbreitete Medikamente, die Sie in Apotheken erhalten. Zum Beispiel Acetylsalicylsäure (ASS), Paracetamol, Ibuprofen und Diclofenac. Zumeist werden sie als Tabletten eingenommen. Es gibt auch Salben und Gels, die man an betroffenen Stellen in die Haut einmassieren kann.

Sie lehnen solche Mittel ab? Bedenken Sie: Schmerzen sind nicht gut für den Rücken, führen zu mehr Verspannungen, mehr Unbeweglichkeit, verzögern die Heilungsprozesse und brennen sich zudem ins Gedächtnis ein. „Spielen Sie nicht den Helden“ warnt der Experte Marianowicz . „Schmerzen sollten so schnell wie möglich gelindert werden.“

Wann anwenden: Bei akuten Schmerzen. bei chronischen Beschwerden ist Vorsicht geboten, Schmerzpreperate sind für den Dauergebrauch nicht geeignet.

Wer bezahlt: Wenn der Arzt das Mittel verschreibt, übernimmt die Kasse auch die Kosten dafür.

Cortison – Alarmwecker für den Organismus

Rückenschmerzen Der Körper  produziert Cortison selbst. Als Stresshormon kurbelt es unseren Stoffwechsel an und versetzt den Organismus zudem in eine Art von Alarmzustand. In Medikamenten ist Kortison höher konzentriert und hat zusätzliche Wirkungen, es hemmt vor allen Dingen Entzündungsprozesse im Gewebe. Dadurch gehen Schwellungen zurück. Für einen eingeklemmten Nerv kann sich die Lage deutlich entspannen. „Wichtig ist allerdings die richtige Dosierung“ erklärt Orthopäde Marianowicz. „Bei einer zielgenauen Behandlung kommt man mit sehr geringen Dosen aus.“ Dann treten auch weniger Nebenwirkungen auf. Vorsicht ist aber geboten: Wird Cortison  länger verabreicht, kann es die Knochen schädigen und zudem Diabetes auslösen!

Wann anwenden: Bei entzündlichen Prozessen im Bereich von Wirbelsäule und Nerven.

Wer bezahlt: Die Krankenkasse

Muskelrelaxanzien – Extrem starke Spannungslöser

Rückenschmerzen Medikamente dieser Art lösen Verspannungen. Sie wirken lähmend auf Nervenverbindungen und so indirekt auf jene Muskeln, die von den lahmgelegten Nerven normalerweise Impulse erhalten würden. Die Muskeln erschlaffen dann, was bei akuten Problemen sehr wohltun kann. 

Aber: Die Nebenwirkungen sind teilweise sehr heftig. Häufigste Folgen sind Benommenheit und Müdigkeit. Viel schlimmer aber ist das Suchtpotential. „Manche dieser Mittel machen innerhalb kürzester Zeit abhängig“, warnt Marianowicz. „Es dann abrupt abzusetzen kann zu schweren Entzugserscheinungen führen.“

Wann anwenden: Bei starkem Schmerz auf Grund von Muskelverspannungen oder Blockaden.

Wer bezahlt: Die Krankenkasse

Physiotherapie – Waffenarsenal aus Wald und Wiesen

Wenn Sie eher leichte Rückenschmerzen haben, können Sie es ruhig mal mit einem pflanzlichem Wirkstoff versuchen. Es gibt eine Reihe an Phytotherpeutika, die einen abschwellenden und gar entzündungshemmenden Effekt besitzen beziehungsweise in der Lage sind, Verspannungen zu lösen. Salben und Ole mit Arnika, die man an schmerzenden Stellen sanft einmassiert, haben sich bewährt. Wohltuende Effekte haben auch

Wann anwenden: Bei leichten akuten Problemen, zum Beispiel Verspannungen oder Blockaden. „Naturheilmittel sind bei chronischen und starken Schmerzen sicher nicht erste Wahl“ urteilt der Orthopäde Martin Marianowicz.

Wer bezahlt: Der Patient

HIER LIEGEN DIE HOTSPOTS

Probleme treten auf, wenn Muskeln verkrampfen oder Gelenke sich verschieben.

  1. Halswirbelsäule  Büroarbeit und andere sitzende Tätigkeiten strapazieren sie stark, Verspannungen in Schultern und Nacken bereiten meist Probleme.
  2. Lendenwirbelsäule Da zwickt’s bei Männern besonders oft. Die 5 untersten Wirbel tragen das meiste Gewicht, etwa wenn Sie Kisten schleppen. Bandscheiben in der Region werden oft gequetscht.
  3. Bandscheibe Besteht aus einem weichen Kern mit festem Bindegewebe drumherum. Dient als Puffer zwischen benachbarten Wirbeln – Knochen würden sonst aneianderreiben.
  4. Rückenmark Rutscht eine Bandscheibe heraus, drückt sie auf das Rückenmark oder auf kleinere Nerven, die direkt vom Rückenmark abzweigen.
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