Wir sind im falschen Film – und Sie?

im falschen FilmWaren Sie schon mal im falschen Film? Es ist schon paradox: Wenn in Ihrem Supermarkt ausgerechnet die von Ihnen gewünschten Lebensmittel ausverkauft sind, dann regen Sie sich auf. Aber wenn in Ihrem Körper lebenswichtige Stoffe fehlen, dann merken Sie den Mangel gar nicht. Oder erst dann, wenn bereits massive gesundheitliche Probleme entstanden sind.


Ob die durchschnittliche Intelligenz von uns Menschen tatsächlich langsam in den Keller sinkt, hat übrigens der Entwicklungsbiologe Gerald Crabtree von der kalifornischen Stanford University untersucht. Seine Meinung: Ja, könnte sein. Seit wir Ackerbau betreiben und in großen Gruppen leben, ist Intelligenz nicht mehr so entscheidend für das Überleben. Der Selektionsdruck hat abgenommen. So verschwindet unsere Intelligenz langsam, aber sicher. Und zwar bis heute. Natürlich wurde seine These sofort bezweifelt.

„Ich wette, dass ein durchschnittlicher Bürger aus dem Athen vor 3000 Jahren, der plötzlich in unserer Zeit auftauchen würde, einer der hellsten und intellektuellsten Köpfe wäre. Mit einem guten Gedächtnis, einer großen Palette von Ideen und einem klaren Blick für das Wesentliche“ Gerald Crabtree, Entwicklungsbiologe, Stanford University

Sind wir wirklich zu blöd zum Essen? Nein!

Dick und doof sind wir also? Und das von Jahr zu Jahr immer schlimmer? Eigentlich ist die Natur doch ziemlich schlau – wie konnte das überhaupt passieren? Da kann ich nur wieder sagen: “Tja!“

Es sind wohl genau die Risiken und Nebenwirkungen unserer hochgezüchteten Kultur und Industrie, denen wir auf den Leim gegangen sind.

im falschen Film

Wir sind im falschen Film

Es gab eine Zeit, da wogten keine robusten Hochleistungsweizenfelder im Wind. Nur vereinzelt wuchsen ein paar Wildhaferhälmchen. In dieser Zeit lebte der Steini. So etwa vor 50.000 Jahren. Er hatte sich noch nicht am Acker niedergelassen und Getreide zur Hauptmahlzeit gemacht. Er wusste nichts von Emulgatoren, Säureregulatoren, Stabilisatoren, Farbstoffen, Konservierungsstoffen, Weichmachern, Säuerungsmitteln, Backhilfsmittel, Treibstoffen – vor allem nichts von Dextrose, Maltodextrin, Fructose-Glukose-Sirup … Das gab es alles nicht in der Steinzeitschüssel.

im falschen Film

Der Mensch damals hatte einen Stoffwechsel, der war weder auf Tütensuppen eingestellt noch auf Windbeutel. Auf dem Speiseplan der Jäger und Sammler standen: ein paar fette Maden, viele magere Frösche, Vogeleier, jede Menge Nüsse, Pilze, Wurzeln und Blätter, Beeren und andere süße Früchte, Samen und ab und zu ein Antilopensteak – und vor 20.000 Jahren schmorte schon Fisch im Tontopf. Mit etwas Glück fanden der Steini auch aller paar Wochen mal ein Bröckchen Bienenwaben mit Honig.

im falschen FilmDer Mensch heute hat nun immer noch den gleichen Stoffwechsel. In seinem Darm lebt immer noch die gleiche Flora und Fauna (sie versucht es zumindest), und in seinem Gehirn bestimmen Dopamin und Serotonin noch immer, ob er grimmig knurrt oder freudig grinst. Aber sein Wald ist weg, seine Wurzeln und seine Antilopen. So schlägt er, wenn er hungrig oder mies gelaunt ist (zu wenig Serotonin im Hirn!) seine Zähne in die nächste Torte. Oder Pizza. Und wundert sich dann, wenn ihm das nicht bekommt.

Wir leben im falschen Film. Das hat Philipp Weber in seinem lesenswerten Buch „Essen kann jeder“ sehr schön auf den Punkt gebracht. Ein Chemiker übrigens. Einer mit Humor.

Gewissermaßen irren wir mit knurrendem Magen auf der Suche nach Beeren, Wurzeln, Wild und Aas durch den Supermarkt. Und ständig wird unser armer, alter Steinzeitdarm mit Errungenschaften der modernen Lebensmittelchemie traktiert, die selbst einer Kläranlage Verdauungsprobleme bereiten würden“              Phillip Weber, “Essen kann jeder“

Gemerkt? Er erklärt nicht nur, warum wir (leider, leider!) instinktiv oft das Falsche essen, sondern auch, warum 42 Prozent der Deutschen ihr Essen nicht mehr vertragen. Täglich an Blähungen, Bauchkrämpfen und Durchfall leiden. Der arme, alte Steinzeitdarm ist auf die Beute aus dem Supermarkt nicht eingerichtet. Und blöd sind wir eigentlich auch nicht. Wir sind nur im falsche Film unterwegs und können deshalb nicht vernünftig mit den Requisiten umgehen. Stellen Sie um auf Steini -Essen– dann sind Sie zurück im richtigen Programm.        

                               

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